Maike Möller-Engemann ~ Autorin
Seit meiner frühen Kindheit bin ich dem Schreiben und den Büchern verfallen. Mein Leben lang hat mich diese Leidenschaft begleitet und nie losgelassen. Sie ist mit mir gewachsen, größer, mutiger und ausgefallener geworden. Eine Reise, die noch lange nicht zu Ende ist...

Warum schreiben?
Wenn ich mich entscheide, ein Buch über ein Thema zu schreiben, dann heißt das, dass es mich extrem umgetrieben hat. Was meistens auf diese unbequemen Themen zutrifft, die zwar relevant sind, aber trotzdem ignoriert werden. Ich tauche tief in die Recherche ein und schreibe über das, was danach in mir kocht: brisant, aktuell, aber im breiten gesellschaftlichen Bewusstsein noch nicht ganz angekommen. Ich schreibe über Frauen und ihre noch immer vorherrschende Benachteiligung. Ich schreibe über die Unsichtbaren. Ich schreibe über viel Unausgesprochenes. Meine Sprache bleibt dicht an meinen Heldinnen, ihren Körpern, ihrem Inneren. Meine Figuren erleben in Berlin, der provinziellsten Geniestadt der Welt und fliehen nach Brandenburg, dem traurigsten Paradies drumherum.

Inspirationen auf dem Weg...
Das Schlüpfen einer Kaulquappe, als ich acht Jahre alt war - das Sitzen im Garten meiner Kindheit - das Essen von Erde - eine Gesichtsbremse auf dem Waschbeton meiner Heimat - das Verschlingen unzähliger Romane und Geschichten – lange Zugfahrten als Jungstudentin nach Köln, mit Musik auf den Ohren und Dramen im Kopf - die niemals schweigende Erzählerinnenstimme darin - die vielen verschiedenen lauten Meinungen von Freund*innen, Familie, genialen Künstler*innen des Schreibens und des Theaters - Berlin, diese große, unbeschreibliche, ausgekotzte Stadt, ihre Diversität, Berliner Schnauze, ihr Dreck in Glanz und Glorie, ihre Traurigkeit und ihr Übermut... all das haucht meinem Schreiben Leben ein: Aber nur meinen beiden persönlichen Held*innen verdanke ich, dass ich schreiben kann: meiner Tochter und meinem Mann.

Warum ich schreibe, was ich schreibe
Ich schreibe über Themen, von denen die eine Hälfte der Bevölkerung weiß und vor denen die andere davonrennt. Ich mache die Monster laut aber erträglich. Ich schreibe darüber, was andere noch gar nicht wahrhaben wollen. Mit interessanten, fantasievollen, krassen Geschichten möchte ich Lesende erreichen, faszinieren, betören, diese Themen zu wälzen. Ich möchte außergewöhnliche Figuren, die am Rand stehen, ins Licht reißen, ihr schönes Schattendasein beleuchten und einen besonderen, literarischen, innerlichen und dichten Stil weiterentwickeln, um Lesende damit in den Bann zu ziehen.
„Ich fand deine Sprache so schön - ich habe nie diese Erzählerstimme in mir, wie du.“
Eine begeisterte Testleserin, die selbst vom Schreiben träumt